Das Klima im Ausnahmezustand – Wohin steuert die Klimaschutzzone Markt Schwaben?

Das Klima im Ausnahmezustand – Wohin steuert die Klimaschutzzone Markt Schwaben?

René Scheel

Landauf, landab können wir vernehmen, dass der menschengemachte Klimawandel die Natur, wie wir sie kennen, drastisch verändern wird. Die Folgen dieser Veränderung waren in den vergangenen zwei Jahren in Deutschland spürbar. Die Natur leidet unter der anhaltenden Dürre und ständig neuen Hitzerekorden.

Jahrelang wurde die Beschleunigung dieses Prozesses in der Gesellschaft und der Politik nicht beachtet. Es ist insbesondere der Jugend zu verdanken, die die Dringlichkeit dieses Themas in das öffentliche Bewusstsein gerückt hat. Die Generation Z treibt die Politik vor sich her. Jedoch scheinen insbesondere in Zeiten des Wahlkampfes einige Politiker in regelrechten Aktionismus zu verfallen.

Nur eine enge Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ebersberg-München, den Aktivkreisen, den Vereinen und den Bürger/innen vor Ort ermöglicht es, gemeinsam mit dem Landkreis das gesteckte Ziel der Energiewende 2030 zu erreichen.

Die ZMS wird weiterhin einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz leisten. Hierfür wollen wir in Zukunft über regelmäßige Anträge im Gemeinderat versuchen, dem „Papiertiger“ Klimaschutzzone Leben einzuhauchen. An Ideen mangelt es uns nicht: Verkehrsoptimierung und -beruhigung, Blühmaßnahmenprogramm, Baumschutzverordnung, Emissionsreduktion durch Digitaisierung, konsequente regionale Energieerzeugung,…

Unverrückbar oder verrückt? Was hat der Hambacher Forst mit dem Landkreis Ebersberg gemeinsam? (Wendeblatt 7)

Was hat der Hambacher Forst mit dem Landkreis Ebersberg gemeinsam
(Unverrückbar oder verrückt?)

Eigentlich bleibt einem nur noch die Möglichkeit die Augen zu schließen und wegzuhören. Denn jedem logisch, ökologisch und ökonomisch denkenden Menschen muss ein solches Vorgehen doch die Tränen in die Augen treiben.

Vorweg zwei interessante Videos von Andreas Kieling zum Thema Windräder:

Dem Plan der Energiewende wird bei den Grünen schlicht Alles untergeordnet.

    • Egal ob Tiere sterben
    • Flächen werden trickreich durch noch unbebaute Ausgleichsflächen weg-argumentiert. Echte Ausgleichsflächen entstehen durch Rückbau von versiegelten Flächen
    • Gottgleich zu 100 % eintretende Vorhersagen für die Zukunft getroffen

Man könnte sicherlich Verbotsschilder für Störche, Merline, Bussarde, Fledermäuse etc. aufstellen. Allerdings lassen sich “diese Vögel” nicht so leicht abweisen wie gewisse “Andere”.

Und was ist eigtlich aus den Ausgleichflächen im Hambacher Forst geworden?

Ach ja, der Hambacher-Forst den kennt man aus den Medien durch den Kampf der Aktivisten gegen die Konzerne.

Aber was ist mit dem Reinhardswald? Kennt den überhaupt jemand? Wikipedia sagt:

    • liegt zwischen Weser und Fulda in Nordhessen
    • ist über 1.000 Jahre alt und inspirierte die Gebrüder Grimm zu mehreren Märchen
    • ist eines der am dünnsten besiedelten Gebiete Deutschlands
    • ist mit 200 Quadratkilometer Hessens größter Forst
    • beinhaltet Urwaldflächen

Was dort zum Zweck der Energiewende geplant ist, obwohl der Wald in einer sog. “Sachwachwindzone” liegt, ist mehr als unlogisch und kann nur “grün” gestrichen werden … schöngeredet werden.

Der “Vertrag” wird zwischen Land und Windkonzernen geschlossen. Paradoxerweise werden gerade Windkraftanlagen in windschwachen Gegenden (so auch Bayern /Süddeutschland) besonders gefördert. Der Betreiber verkauft den “grünen” Strom und das Land bekommt vom Betreiber die Pacht. Alle sind glücklich.

    • geplant sind 50 Großwindanlagen
    • Höhe der Anlagen: 241 Meter, Rotordurchmesser: 150 Meter!
    • (Vergleich: Ulmer-Münster 162m)
    • 1 Million Quadratmeter Wald müssen gerodet werden
    • Baugruben für Fundamente werden 20 Meter tief (Grundwasser!)
    • Für den Bau sind viele Straßen und hunderttausende Lkw-Fahrten nötig (keine Elektrofahrzeuge)

Es ist also nicht jeder Tag ein “Freitag für Aktivisten und Grüne” – ökologisch ist ein Thema doch nur, wenn es medial richtig ausgeschlachtet werden kann. Ansonsten schaut man einfach weg oder redet es sich schön:

Auf der Seite der Grünen-Ebersberg kann man zum Thema Windkraft EBE-Forst finden:

“Die Stadt Ebersberg benötigt drei Windräder, um bis 2030 von nicht-regenerativen Rohstoffen unabhängig zu werden und das vom Stadtrat einstimmig beschlossene Energiewende-Ziel zu erreichen.“

also 3 Windräder?

“Vorläufig werden allerdings fünf Standorte im nordwestlichen Forst geprüft, die ohnehin den 10 h-Abstand einhalten. ”

also 5 Windräder?

“Grundlage für die rechtlichen Überprüfungen ist das Vorhaben, im Forst fünf Windräder zu errichten. Es gibt keine weitergehenden Planungen darüber hinaus; das übrige Landschaftsschutzgebiet behält unverändert seinen Schutzstatus.”

ähm – also maximal 5 Räder für immer? Versprochen!

“Wo in einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung schützenswerte Tierarten gefunden werden, darf nicht gebaut werden.”

ja, im ganzen Ebersberger Forst!

“Der dauerhafte Flächenverbrauch für fünf Windräder beträgt 3,15 ha – von insgesamt 9.000 Forstfläche (und 175 ha Wegfläche). Jeder Eingriff wird mit Ausgleichsflächen vollumfänglich kompensiert.”

also nur ein wenig Arten- und Naturschutz weniger? Also nur ein wenig tot oder schwanger.

“Bleibt nur noch zu sagen, dass es den Forst nicht mehr geben wird, wenn wir die Energiewende verbummeln.”

Bleibt nur zu sagen, dass es den Forst nicht mehr geben wird, wenn die Grünen weiter an einer unverrückbaren Energiewende festhalten werden.

Wendeblatt 7 (Juni’2019)

Wendeblatt 07 (Jun’19)
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