KUMS wird weiter auf Gas setzen

von | 27.Nov 2023 | Klima, Klimapolitik, KUMS, Umweltpolitik

 

Leserbrief zum Artikel „Anschluss an Fernwärme: Gymnasium und Realschule Markt Schwaben werden klimaneutral“ vom 16.11.2023:

KUMS wird weiter auf Gas setzen

Man wundert sich über die Aussage, dass die Kreisschulen in Markt Schwaben durch den Anschluss an das KUMS-Wärmenetz klimaneutral werden. Das zeigen auch die Leserkommentare zu dem Artikel. Das Fernwärmewasser wird durch Verbrennen von LNG-Gas erwärmt.

LNG gilt allgemein als klimaschädlichste fossile Brennstoffvariante. Selbst der wissenschaftliche Dienst der Bundesregierung stellte 2022 fest, dass „Erdgas die höchst negative Klimawirkung von Kohle und Erdöl sogar noch deutlich übertrifft. Bei Flüssiggas verschlechtert sich die Klimabilanz des Erdgases durch die für die Verflüssigung und Abkühlung auf minus 162 Grad benötigte Energie zusätzlich. Auf eine geplante Luftwärmepumpe wird dann trotzdem verwiesen, obwohl man sich offensichtlich schon ohne Wärmepumpe klimaneutral einschätzt.

Fakt ist jedenfalls, dass das KUMS um ein weiteres Gaskraftwerk mit etwa der dreifachen Leistung des bestehenden erweitert wird. Zu der im Artikel genannten innovativen Kraft-Wärme-Kopplung ist festzuhalten, dass es damit möglich ist durch die sogenannte viel kritisierte „Stromgutschriftmethode“ den klimaschädlichen Teil der Heizung innovativ auf einen anderen Posten abzuwälzen. Weiterhin wird die Methanproblematik ausgeblendet. Das soll sich jetzt allerdings durch eine neue EU-Verordnung ändern, nach der die EU die anzusetzenden Methanemissionen von dem jeweils gelieferten Gas mittels einer Methan-Transparenzdatenbank veröffentlichen will. Danach wird man nicht mehr an der Einbeziehung des Klimakillers Methan vorbeikommen.

Die Aussage zur Klimaneutralität der Kreisschulen impliziert außerdem, dass die sonstigen Energieverbräuche in den Schulen wie z. B. der Stromverbrauch bereits aus klimaneutralen Quellen stammen. Wenn nur allein die Wärmeversorgung gemeint ist, würde man sich mehr sprachliche Präzision bei derartigen Mitteilungen wünschen.

Ich frage mich abschließend, weshalb man ohne Not eine nicht vorhandene Klimafreundlichkeit der Wärmeerzeugung ins Spiel bringt. Es hätte doch genügt, sich einfach nur über einen neuen Kunden mit stattlichem Energiebedarf zu freuen.

Max Faltermaier
Markt Schwaben

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