Frei Schwimmen in der Hundewiese
Das betreffende Grundstück ist seit Jahrzehnten ein umstrittenes Thema. Unter der Leitung von Bürgermeister Huber (CSU) wurde das Gebiet als Frischluftschneise anerkannt, um die Urbanisierung zu kontrollieren und die Folgen für Markt Schwaben zu minimieren. In den folgenden Jahren, unter mehreren SPD-Bürgermeistern, blieb die Bebauung aufgrund der Überschwemmungsgefahr ein Tabu. Diese Bedenken wurden und werden durch Berechnungen des Wasserwirtschaftsamtes Rosen-heim gestützt, die die Risiken von Überschwemmungen betonen. Die letzte Entscheidung in vorherigen Gemeinderäten, resultiert aus 2018, in der eine Überplanung des Gebietes abgelehnt wurde.
Trotz dieser Bedenken wird die Bebauungsidee erneut diskutiert, nachdem ein umfassendes Hochwasserschutzkonzept entwickelt wurde. Dieses Konzept, das erhebliche Investitionen erfordert, sieht ein Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 300.000 Kubikmetern vor. Natürlich spielt bei den aktuellen Überlegungen auch der wirtschaftliche Druck des Grundstückbesitzers eine Rolle. Dennoch betrachten viele Anwohner die Bebauung als Gefahr von Wasser im Keller, ausgelöst von Oberflächenwasser.
Zur Situation: Das Gelände am Hauser Weg mit dem Hennigbach als markanten Geländeeinschnitt bildet den tiefsten Punkt auf diesem Areal. Zum Hauser Weg steigt das Gelände um ca. 4 Meter auf einer Länge von etwa 100 Meter an, in Richtung Lippert Straße steigt das Gelände noch schneller an und erreicht die 4 Meter bereits nach 25 Metern Länge.
In den letzten Jahrzehnten hatten die Anwohner am Pf.-Hochmaier-Ring bereits mehrmals Wasser im Keller. Dieses Wasser kam nicht aus dem Hennigbach, sondern war Oberflächenwasser, welches die Kanalisation nicht mehr aufnehmen konnte.
Die Anwohner haben darauf ihre Elementar-versicherung verloren und aus eigener Initiative Schutzmaßnahmen installiert, wie nach oben versetzte Kellerschächte, kleine Staumauern und zusätzliche Pumpen.
Dieses alles hat auch bei dem letzten Starkregenereignis Anfang Juni geholfen. Das Wasser fließt an den Häusern vorbei und sammelt sich in der natürlichen Retentionsfläche zwischen den ehemaligen Tennisplätzen und der Kleingartenanlage (auch bekannt als Hundewiese).
Doch was soll passieren, wenn das gesamte Gebiet bebaut wird? Aktuell ist eine Tiefgarage in der Ausdehnung von der Heilmeier Straße bis zur Kleingartenanlage geplant. Eine Versiegelung, die die natürliche Retentionsfläche zerstört und somit den Puffer auch für den Hennigbach zerstört. Hier ist es egal, welche Höhe die Oberkante der Tiefgarage einnehmen wird. Ein Aufstauen auf dieser Fläche von Oberflächenwasser kann dort nur noch in geringem Umfang gelingen.
Noch ein kurzer Hinweis zu dem Überschwemmungsgebiet: Diese Festsetzung hat das Wasserwirtschaftsamt getroffen. Die Neuberechnung des eingeschalteten Büros durch den Bauwerber besagt, dass diese Festsetzung aufgehoben werden kann. Nicht wie vom Bauwerber immer dargestellt, ist das Wasserwirtschaftsamt dieser Aufhebung schon nachgekommen, sondern fordert weitergehende Berechnungen, da erste Berechnungen nicht aus-reichend waren.
Auch ein Beschluss des Gemeinderates zu einem städtebaulichen Konzept, das demnächst auf diesem Areal entstehen könnte, hat keinen positiven Einfluss, und löst auch keine Begutachtung aus, wie von der Verwaltung behauptet.
Auch Gedankenspiele, der Bauherr schafft hier Platz für ein Pflegeheim oder sozialer Wohnungsbau sind dabei nachgeordnet zu betrachten, sobald die Themen Überschwemmungsgebiet und Oberflächenwasser geprüft und geklärt sind.
Fraglich bleibt, was sich an der Einsicht des Gemeinde-rates zur Frischluftschneise in den letzten Jahrzehnten geändert hat, wenn durch das heutige Wissen des Klimawandels die Aufrechterhaltung von Frischluftschneisen und Entsiegelung von Böden immer wichtiger für ganz Deutschland wird.
Was wird aus der Idee einer Ausweisung eines Baugebietes in der Überschwemmungszone?
Was hierzu auch interessant sein kann …
Visionen ohne Konkrete Maßnahmen?
In diesem Artikel wird die Diskrepanz zwischen den ambitionierten Visionen für Markt Schwaben und der fehlenden Umsetzung konkreter Maßnahmen beleuchtet. Welche Herausforderungen stehen im Weg und wie kann man diese überwinden?
Hindafing – oder doch Markt Schwaben
Hindafing oder doch Markt Schwaben? In diesem Artikel vergleichen wir die beiden Gemeinden im Hinblick auf die Bürgermeisterwahl 2024, die Fraktionsarbeit und die Gemeinderatsentscheidungen. Erfahren Sie mehr über die kommunalpolitischen Unterschiede und was dies für die Zukunft bedeutet.
Von wegen Sparpotential beim Personal
Die Personalkosten der Gemeinde Markt Schwaben sind in den letzten 10 Jahren von 4 Mio € auf 9 Mio € gestiegen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen und die Auswirkungen dieser Kostensteigerung auf den Haushalt der Gemeinde.
ZMS wählt Ronny Schreib zum Bürgermeisterkandidaten
Der ZMS hat Ronny Schreib offiziell zum Bürgermeisterkandidaten nominiert. Mit klaren Zielen für Markt Schwaben startet er in den Wahlkampf.
Warum der Erhalt alter Bäume unbezahlbar ist.
Video: Die Bedeutung der Baumschutzverordnung und warum der Kampf für den Erhalt alter Bäume im Gemeinderat so entscheidend ist. Alte Bäume können nicht durch Neupflanzungen kompensiert werden.
Transparenz – das bleibt übrig
Trotz des Versprechens von Transparenz herrscht Verunsicherung in Markt Schwaben: Anwohner sind enttäuscht von der späten Kommunikation zur geplanten Flüchtlingsunterkunft. Kritik richtet sich an Bürgermeister und Landrat, die kaum konkrete Pläne für die Integration vorstellen konnten.
Medialer „Krieg“ gegen das KUMS
Im Artikel wird die mediale Auseinandersetzung um das KUMS in Markt Schwaben beleuchtet. Kritische Stimmen hinterfragen die Klimaneutralität und die Außendarstellung des Unternehmens. Der Autor kritisiert fehlerhafte Angaben und die Abwehr von Gegenmeinungen.
Antrag: Sachstand & Bericht Flüchtlingszentrum Markt Schwaben
Der Antrag fordert einen Sachstandsbericht zum geplanten Flüchtlingszentrum in Markt Schwaben. Ziel ist es, offene Fragen zu klären und die Bürger transparent zu informieren.
KUMS wird weiter auf Gas setzen
Trotz des Fernwärmeanschlusses der Kreisschulen in Markt Schwaben bleibt die Wärmeversorgung des KUMS abhängig von LNG-Gas – einem besonders klimaschädlichen fossilen Brennstoff. Kritiker hinterfragen die Klimaneutralitätsaussagen und verweisen auf problematische Berechnungsmethoden sowie die Methanproblematik.
ZMS Gemeinderatblitz Oktober 2023
Die Gemeinderatssitzung im Oktober 2023 befasste sich mit Themen wie der Einrichtung neuer Ladesäulen, der Planung von PV-Anlagen und einer stabilen Umweltstrategie. Außerdem wurden Investitionen durch Stabilisierungshilfen genehmigt, ein Einbruch in die Mittelschule diskutiert und eine Pferdepension abgelehnt.