Die Fragen, die für uns jetzt zählen

Natürlich kann man über eine völlig überdimensionierte Spülmaschine diskutieren. Bei einem sechsstelligen Anschaffungspreis muss man das sogar.
Aber wenn ich mein Kind am 15. September wieder in diese Schule schicke, interessieren mich zunächst ganz andere Fragen:

Sind die Fluchtwege sicher? Funktionieren die Türen? Sind die Treppen auch bei Nässe sicher? Können Turnhalle und andere betroffene Bereiche bedenkenlos genutzt werden? Und wer bestätigt uns das fachlich?

VW2608-017 – Antrag auf öffentliche Sondersitzung zur Grund- und Mittelschule Markt Schwaben Sicherheit und Transparenz vor Beginn des neuen Schuljahres

Wenn automatische Türen nicht zuverlässig schließen und eine Tür zwischenzeitlich sogar mit einer Kette gesichert wurde, reicht uns die allgemeine Aussage „Es besteht keine Gefahr“ nicht. Zumal gleichzeitig angekündigt wird, die Türen noch vor Schulbeginn nachzubessern, um Fluchtweg- und Zugangssicherheit zu gewährleisten.

Was passiert, wenn diese Reparaturen bis zum Schulbeginn nicht vollständig abgeschlossen sind?

Brauchen wir dann erneut einen Sicherheitsdienst, der defekte Türen bewacht? Rund um die Uhr? Wer trägt dafür die Kosten? Und vor allem: Wie lange soll ein solcher Zustand dauern?

Auch bei den Treppen bleiben Fragen. Wenn Kinder dort bereits gestürzt sind und nun zusätzliche Rutschsicherungen angebracht werden sollen – was bedeutet dann die Aussage, die Treppen entsprächen der Norm, für die tatsächliche Sicherheit im Schulalltag?

Süddeutsche Zeitung, 23. August 2026: „Pfusch am Schulbau in Markt Schwaben“ – Bericht über erhebliche Baumängel und Probleme im Schulbetrieb.
Artikel bei der Süddeutschen Zeitung öffnen

Ebersberger Zeitung / Münchner Merkur, 29. August 2026: „Duschen unbrauchbar, Türen gesplittert: Mängelliste trübt Freude am 70-Millionen-Neubau“ – darin unter anderem automatische Türen, Brandschutz, Fluchtwegsicherheit, glatte Treppen und die geplanten Nachbesserungen vor Schulbeginn.
Artikel bei Merkur.de öffnen

 

Normgerecht und im Schulalltag sicher müssen am Ende dasselbe Ziel haben.

Wie werden Schule und Eltern zukünftig eingebunden?

Wir wollen aber nicht nur zurückschauen. Viel wichtiger ist die Frage: Wie machen wir es künftig besser?

Lehrkräfte, Hausmeister, Beschäftigte, Schülerinnen und Schüler und Eltern erleben diese Schule jeden Tag. Wenn ihnen ein Mangel auffällt, muss klar sein: Wo melde ich ihn? Wer kümmert sich darum? Wie schnell wird er geprüft? Und wann erfahre ich, was daraus geworden ist?

Genau diese Rückmeldung ist wichtig. Schule und Elternbeirat sollten wissen, welche Probleme noch offen sind, wie sie bewertet werden und wann sie behoben werden sollen.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Schulleitungen oder Elternbeiräte für Baumängel verantwortlich zu machen. Im Gegenteil: Wir wollen sie aktiv einbinden.

Gerade die Schulleitungen tragen jeden Tag Verantwortung für ihre Schülerinnen und Schüler. Dafür brauchen sie verlässliche Informationen. Nur dann können sie auch Eltern und Kindern erklären, was gerade passiert – und dort beruhigen, wo Sorgen unbegründet sind.

Wer jeden Tag in dieser Schule lernt und arbeitet, sollte nicht aus der Zeitung erfahren müssen, welche Probleme es mit seinem Schulgebäude gibt.

Und auch wir als Gemeinderat müssen uns Fragen gefallen lassen

Der Schulneubau wurde über Jahre politisch begleitet. Auch wir von ZMS waren Teil dieser Begleitung.
Deshalb gehört zur Transparenz auch die Frage an uns selbst:

Haben wir ausreichend kritisch nachgefragt?

Aber auch hier wollen wir nach vorne schauen. Wie stellen wir künftig sicher, dass der gesamte Marktgemeinderat rechtzeitig die Informationen bekommt, die er braucht, um seiner Verantwortung gerecht werden zu können?

Wir wollen uns einbringen. Wir wollen die Verwaltung unterstützen. Und wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass zum 15. September und darüber hinaus ein sicherer Schulbetrieb möglich ist.
Denn für rund 70 Millionen Euro haben wir nicht einfach nur ein Gebäude gebaut.

Wir haben eine Schule gebaut.

Einen Ort, an dem Kinder einen großen Teil ihres Tages verbringen. An dem sie lernen, Freunde treffen, Sport machen und hoffentlich gerne hingehen. Und einen Arbeitsplatz für viele Menschen.
Baumängel, Unsicherheit und der Frust über Probleme, die sich über Monate hinziehen, dürfen diesen Ort nicht dauerhaft bestimmen.

Genau deshalb wollen wir die Sondersitzung

Wir wollen keine fertigen Antworten vorgeben.
Aber wir wollen Antworten auf Fragen, die wahrscheinlich viele Eltern und Bürger gerade genauso stellen:

Ist die Schule sicher? Was muss bis zum 15. September noch erledigt werden? Wer bestätigt die Sicherheit fachlich? Und was passiert, wenn notwendige Arbeiten nicht rechtzeitig abgeschlossen sind?

Und wir wollen nach vorne schauen:

Wie sorgen wir dafür, dass Schule, Eltern, Verwaltung und Gemeinderat künftig miteinander und nicht nebeneinander kommunizieren?

Wer sorgt jetzt dafür, dass die bekannten Mängel beseitigt werden? Bis wann? Und wenn das geklärt ist, muss selbstverständlich auch die Frage beantwortet werden, wer am Ende dafür bezahlt.

Was ist falsch daran, diese Fragen gemeinsam und öffentlich zu klären?

Aus unserer Sicht: nichts.
Es geht um unsere Schule. Um unsere Kinder. Um die Menschen, die dort arbeiten.
Wir wollen weder dramatisieren noch Schuldige suchen.

Wir wollen wissen, was sicher ist, was noch gemacht werden muss und wie wir es gemeinsam besser machen können.

Darüber wollen wir sprechen.
Offen. Gemeinsam. Und so schnell wie möglich.

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