Die Fragen, die für uns jetzt zählen

Natürlich kann man über eine völlig überdimensionierte Spülmaschine diskutieren. Bei einem sechsstelligen Anschaffungspreis muss man das sogar. Aber für die Frage, ob unsere Schule am 15. September sicher öffnen kann, interessiert uns zunächst etwas anderes:

Sind die Fluchtwege sicher? Funktionieren die Türen? Sind die Treppen auch bei Nässe sicher? Können Turnhalle und andere betroffene Bereiche bedenkenlos genutzt werden? Und wer bestätigt uns das fachlich?

Wenn automatische Türen nicht zuverlässig schließen und eine Tür zwischenzeitlich sogar mit einer Kette gesichert wurde, reicht uns die allgemeine Aussage „Es besteht keine Gefahr“ nicht. Zumal gleichzeitig angekündigt wird, die Türen noch vor Schulbeginn nachzubessern, um Fluchtweg- und Zugangssicherheit zu gewährleisten.

Was passiert, wenn diese Reparaturen bis zum Schulbeginn nicht vollständig abgeschlossen sind?

Brauchen wir dann erneut einen Sicherheitsdienst, der defekte Türen bewacht? Rund um die Uhr? Und wenn ja: Wer trägt dafür die Kosten – und wie lange soll ein solcher Zustand dauern? Auch bei den Treppen bleiben Fragen: Wenn Kinder dort bereits gestürzt sind und nun zusätzliche Rutschsicherungen angebracht werden sollen – was bedeutet dann die Aussage, die Treppen entsprächen der Norm, für die tatsächliche Sicherheit im täglichen Schulbetrieb?

Normgerecht und im Schulalltag sicher müssen am Ende dasselbe Ziel haben.

Was wussten Schule und Eltern?

Ebenso interessiert uns, wie der Informationsfluss innerhalb der Schulfamilie funktioniert hat.
Welche Mängel waren den beiden Schulleitungen bekannt? Seit wann? Wie wurden sie fachlich eingeordnet?

Und was wussten die Elternbeiräte? Wann wurden sie informiert und welche Informationen über mögliche Auswirkungen auf Sicherheit und Schulbetrieb haben sie erhalten?

Es geht uns dabei ausdrücklich nicht darum, Schulleitungen oder Elternvertretungen verantwortlich zu machen. Im Gegenteil: Wir wollen wissen, ob diejenigen, die täglich Verantwortung für Kinder und Schulbetrieb tragen, rechtzeitig über die notwendigen Informationen verfügten.

Und auch wir als Gemeinderat müssen uns Fragen gefallen lassen

Der Schulneubau wurde über Jahre politisch begleitet. Auch wir von ZMS waren Teil dieser Begleitung. Deshalb gehört zur Transparenz auch die Frage an uns selbst: Haben wir ausreichend kritisch nachgefragt?

Und noch eine Frage muss erlaubt sein:

Gab es im Marktgemeinderat Mitglieder, die aufgrund ihrer beruflichen oder fachlichen Erfahrung bei diesem Projekt eine besondere Kompetenz eingebracht oder für sich in Anspruch genommen haben?

Wenn ja: Welche Rolle hatten sie tatsächlich? Welche Informationen lagen ihnen vor? Welche Hinweise haben sie gegeben?
Dabei geht es nicht darum, nachträglich einzelne Gemeinderäte zu Bauleitern oder Sachverständigen zu erklären. Ein politisches Mandat ersetzt keine technische Fachplanung.
Aber wenn bei einem kommunalen Großprojekt besondere Fachkenntnis in die politische Beratung eingebracht wurde, darf man heute auch fragen, wie diese Expertise genutzt wurde und welche Einschätzungen daraus in die Entscheidungen des Gemeinderates eingeflossen sind.

Genau deshalb wollen wir die Sondersitzung

Wir wollen keine fertigen Antworten vorgeben.
Aber wir wollen die richtigen Fragen stellen.

Was ist tatsächlich sicher? Was muss vor dem 15. September noch erledigt werden? Wer bestätigt die Sicherheit fachlich? Was passiert, wenn Arbeiten nicht rechtzeitig abgeschlossen werden? Was wussten Schule, Elternvertretungen, Verwaltung und Gemeinderat – und wie wurde die Bedeutung der bekannten Probleme jeweils eingeschätzt?

Und schließlich: Wer sorgt jetzt dafür, dass die Mängel beseitigt werden – und wer bezahlt dafür?

Darüber wollen wir öffentlich sprechen.

Quellen:
Süddeutsche Zeitung, 23.08.2026
Kommunales Missmanagement: Pfusch am Schulbau in Markt Schwaben
Ebersberger Zeitung / Münchner Merkur, 29.08.2026
Duschen unbrauchbar, Türen gesplittert: Mängelliste trübt Freude am 70-Millionen-Neubau

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