Das Unwichtigste zuerst.

von | 12.Okt 2022 | Antrag, Klima, Umweltpolitik

 

Kommentar zum Artikel Energiekrise: Weihnachtsbeleuchtung soll trotzdem strahlen
EZ 28.09.2022.

Ein toller Bericht – noch schöner wäre es gewesen, wenn die Verwaltung unter der Leitung von Hauptamtsleiter und Bürgermeister einfach auch mal die gelieferten Anträge abarbeiten und nicht auf Zeit spielen würde. Auf Zeit spielen ist ja noch nett ausgedrückt, denn immerhin 2 Jahre nach Antragstellung behauptet man jetzt: Wir machen ja schon etwas.

Hier nochmal zum Sachverhalt:

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"marginales Interesse"

In der Gemeindeordnung ist klar geregelt, dass ein Fraktionsantrag innerhalb von 3 Sitzungen behandelt werden muss.
Eine Absichtserklärung kann man ja nicht als Bearbeitung bezeichnen.
Aber damals war das Verständnis von Klima – und Umweltschutz bei der Mehrheit im GR sehr marginal ausgeprägt. Da gab man sich verbal einen grünen Anstrich ohne dass danach etwas Konkretes folgte.

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"ein paar Lichter"

Unverständlich für mich als Gemeinderat ist, dass man alle Treffen und Absprachen mit der Verwaltung und dem Bürgermeister nicht öffentlich macht, wenn man sich mit dem Antrag endlich mal befasst.
Viel wichtiger ist es, lediglich darauf zu verweisen, dass man doch bereits ein paar Lichter ausgeschaltet hat.

Uns geht es darum, dass eine grundlegende Basis für die Behandlung dieses Themenkomplexes geschaffen wird. Schlicht anwendbare und unterstützende Leitlinien für Markt Schwaben. Es geht also überhaupt nicht um Vorschriften, sondern darum eine überwiegende Zustimmung in der Bürgerschaft bei diesem Thema zu erreichen.
(siehe auch: gern geschehen … jetzt gehen endlich die Lichter aus! (zukunft-marktschwaben.de))

Exemplarische Beispiele wären:

  • Schaufensterbeleuchtungen – ab 22Uhr nachts: Bewegungsmelder
  • Leuchtreklamen – ab 22Uhr nachts: Ausschalten
  • Straßenbeleuchtung – Vernetzen, Umbauen und in das Eigentum des Marktes zu bringen, denn das Licht sollte nur dahin strahlen wo man es auch wirklich braucht.
  • Prinzipielle Leitlinie für den ganzen Ort (Bauleitplanung, Zeitbegrenzung, Helligkeit, Kostenvergleich, Abblenden, Leuchtmittel, Brenndauer …)
      • öffentliche Liegenschaften
      • gewerbliche Liegenschaften
      • privates Eigentum

Aber wie es so oft im Gemeinderat passiert: DEN UNWICHTIGSTEN DETAILASPEKT ZUERST – was ist mit der Weihnachtsbeleuchtung.

Allein die Diskussion aus der FDP/CSU Ecke zeigt, dass kein einziger Antrag je gelesen, gar jemals verstanden wurde. Eine derart oberflächliche Herangehensweise an wichtige Themen ist sicherlich kein verantwortungsvoller Dienst für der Gemeinde.  

Falls es wieder heißt, der Korda haut mal wieder um sich – mag schon sein, würde aber nicht passieren, wenn man einmal, vielleicht zweimal zuhören würde und Themen außerhalb der eigenen generalisierten Fraktionsmeinung ernst nehmen würde.


Wie oft habe ich schon eine Brandrede zum Thema Insektensterben und Umweltschutz angebracht und leider Gottes immer nur ein abwertendes Lächeln geerntet?

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Zum wiederholten Mal den weltweit anerkannten Sachverhalt:

Licht ist der stärkste Zeitgeber, nach dem sich nahezu alle Organismen dieses Planeten richten (direkt oder auf indirektem Weg) bzw. sind sie sogar zwingend auf ihn angewiesen. Seit rund drei Milliarden Jahren ist dieser Hell-/Dunkelrhythmus in den Genen fast aller Organismen fest verankert. Er steuert so gut wie alle lebenswichtigen Prozesse. Vor allem Wach- und Schlafphasen sowie Zell-Reparatur und -Regeneration.
(siehe auch: Lichtverschmutzung „Verringerung Lichtverschmutzung, Energie- und Kosteneinsparung sowie CO2 Verringerung“ (zukunft-marktschwaben.de))

    • Bestäuber in Gefahr
      • Allein an Deutschlands Straßenlaternen sterben 100 Milliarden Insekten während des Sommers. Sie sterben an Erschöpfung wegen Dauerumkreisung des Lichts, verbrennen oder fallen angelockten Fressfeinden zum Opfer.
      • Die Biomasse fliegender Insekten ist in den letzten drei Jahrzehnten um fast 80 % zurückgegangen. Die Lichtverschmutzung, so sind sich viele Wissenschaftler einig, ist einer der Hauptgründe dieser dramatischen Entwicklung.
    • Gesundheit in Gefahr
      • Durch das nächtliche Kunstlicht kommt es zu Störungen des Schlafs bis hin zu einer Störung des Melatonin Haushaltes im Körper. Das Dunkelhormon Melatonin ist für fast alle Organismen unverzichtbar.
      • Das Hormon Melatonin steuert viele Körperfunktionen, Reparatur- und Regenerationsprozesse
        sowie auch den Wach-/Schlafrhythmus. Obendrein ist Melatonin es ein effektives Antioxidans.

Polemisch wird aus der eben genannten Fraktionsecke auch noch unterstellt, wir woll(t)en das Licht unabhängig von der Sicherheitsfrage rund um den Bahnhof abschalten.
Die feinsten Kommentare gibt es hierzu auf den Sozialen Medien welche von den „Schwarzen und FW Gemeinderäten“ wohl offensichtlich nicht nur irreführend initiiert wurden, man liked seine eigenen „fake news“ … „man will ja mitreden“, obwohl man sich mit dem Thema offensichtlich nicht beschäftigt hat(te).

Dies ging so weit, dass sogar Funk/Radio angerufen hatte und um eine Darstellung zur Sicherheit gebeten hatte.

Eigtl. war im letzten Wendeblatt alles unmissverständlich dargestellt – sofern man sich mit dem Thema und dem Antrag beschäftgt und es verstehen möchte. Zu Lesen unter „Wo ein Wille ist ist auch kein Licht (zukunft-makrtschwaben.de)

 

So muss Kommunalpolitik (nicht) sein:

    • tolle Ideen über Jahre liegen lassen (verzögern)
    • teilweise umsetzen und sich selbst als Heilsbringer ausloben
    • bewusstes Missverstehen initiieren
    • priorisieren nach Gutdünken

 

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