Schallschutz in Markt Schwaben: Schöne Fassade, aber reicht der Schutz?

Während sich der Gemeinderat intensiv mit der Gestaltung der künftigen Schallschutzwände beschäftigt, gerät aus unserer Sicht die entscheidende Frage zu leicht in den Hintergrund:

Wie gut werden die Menschen in Markt Schwaben tatsächlich vor dem zusätzlichen Bahnlärm geschützt?

Genau darüber müssen wir reden. Denn beim Ausbau der ABS 38 geht es nicht nur um Gestaltung, Materialien und das spätere Erscheinungsbild entlang der Bahnstrecke. Es geht um die Lebensqualität vieler Menschen, die teilweise nur wenige Meter von den Gleisen entfernt wohnen.

Eine Übersicht über den Bahnausbau und die für Markt Schwaben relevanten Themen haben wir hier zusammengestellt:

https://zukunft-marktschwaben.de/bahnausbau-abs-38-in-markt-schwaben/

Erst auf Druck kam Bewegung in die Sache

Die Deutsche Bahn hat umfangreiche Planungen vorgelegt, die Markt Schwaben über Jahrzehnte prägen werden. Umso wichtiger ist es, diese Planungen nicht einfach hinzunehmen, sondern genau hinzusehen: bei Lärmberechnungen, Schutzmaßnahmen, Bauausführung und den Auswirkungen auf die unmittelbar Betroffenen.

Aus unserer Sicht war genau diese kritische Prüfung zunächst nicht ausreichend vorgesehen.

Erst durch wiederholtes Nachhaken und öffentlichen Druck von Zukunft Markt Schwaben wurden wesentliche Schritte eingeleitet.

Rechtliche Prüfung

Die Gemeinde hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um die Planungen und die Handlungsmöglichkeiten Markt Schwabens rechtlich prüfen zu lassen.

Für uns war von Beginn an klar: Bei einem Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung darf sich eine Gemeinde nicht ausschließlich auf die Unterlagen des Vorhabenträgers verlassen. Die Interessen Markt Schwabens müssen eigenständig geprüft und vertreten werden.

Unabhängige Prüfung des Schallschutzes

Auch die Schallschutzberechnungen der Bahn müssen fachlich überprüft werden.

Deshalb haben wir darauf gedrängt, einen unabhängigen Gutachter einzubeziehen. Denn entscheidend ist nicht nur, ob die Berechnungen formal den Vorgaben entsprechen, sondern welche Belastung am Ende tatsächlich bei den Menschen ankommt und welche Schutzmöglichkeiten bestehen.

Gerade bei Unterschieden zwischen verschiedenen Wandarten, Materialien und Ausführungen lohnt sich der genaue Blick.

Bürger müssen wissen, was vor ihrer Haustür geplant ist

Ebenso wichtig ist die Information der betroffenen Bürgerinnen und Bürger.

Wer direkt an der Bahnstrecke wohnt, sollte nicht erst aus Sitzungsunterlagen oder irgendwann während des Planfeststellungsverfahrens erfahren, welche Veränderungen vor seinem Grundstück vorgesehen sind.

Deshalb haben wir selbst Informationen, Unterlagen und Karten zum Projekt zusammengetragen und öffentlich zugänglich gemacht.

Unser ZMS-Bürgerinformationssystem zur ABS 38 findest du hier:

https://zukunft-marktschwaben.de/abs38-zms-buergerinformationsystem/

Dort wollen wir die Planungen möglichst verständlich darstellen und Informationen zusammenführen, die sich ansonsten über zahlreiche Unterlagen verteilen.

Gestaltung ist wichtig – aber sie darf nicht vor dem Schutz kommen

Natürlich spielt auch die Gestaltung der Schallschutzwände eine Rolle.

Mehrere Meter hohe Wände werden das Ortsbild entlang der Bahnstrecke über Jahrzehnte verändern. Über Materialien, transparente Elemente und die städtebauliche Wirkung zu diskutieren, ist deshalb völlig legitim.

Aber die Reihenfolge muss stimmen.

Zuerst muss geklärt werden, welcher Schallschutz notwendig und technisch sinnvoll ist. Danach kann darüber gesprochen werden, wie dieser Schutz möglichst verträglich gestaltet wird.

Anders gesagt: Es hilft wenig, über die Farbe eines Regenschirms zu diskutieren, bevor geklärt ist, ob er überhaupt wasserdicht ist.

Beim Schallschutz darf Markt Schwaben keine Möglichkeiten verschenken

Für uns sind deshalb drei Punkte entscheidend:

  • Die Planungen der Deutschen Bahn müssen rechtlich und fachlich unabhängig geprüft werden.

  • Die tatsächliche Schutzwirkung der vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen muss nachvollziehbar sein.

  • Betroffene Bürgerinnen und Bürger müssen frühzeitig und verständlich informiert werden.

Genau deshalb haben wir in den vergangenen Monaten immer wieder nachgefragt, Unterlagen ausgewertet und zusätzliche Prüfungen eingefordert.

Nicht weil wir den Bahnausbau verhindern wollen.

Sondern weil eine Entscheidung, die das Ortsbild und die Lärmbelastung über Jahrzehnte bestimmt, sorgfältig geprüft werden muss.

Schöne Wände reichen nicht

Am Ende interessiert die Menschen entlang der Bahnstrecke nicht nur, wie eine Schallschutzwand aussieht.

Entscheidend ist, was dahinter noch zu hören ist.

Deshalb werden wir die Planungen zur ABS 38 weiter kritisch begleiten, Berechnungen und Gutachten prüfen und Informationen öffentlich zugänglich machen.

Denn beim Schallschutz geht es nicht um eine gestalterische Nebenfrage.

Es geht um die Lebensqualität in Markt Schwaben für die kommenden Jahrzehnte.

Du wohnst entlang der Bahnstrecke oder hast Fragen zu den Planungen?

Dann melde dich bei uns. Hinweise und Erfahrungen der unmittelbar Betroffenen helfen dabei, Probleme frühzeitig sichtbar zu machen.

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